Ton über DVI-D übertragen - Grundwissen
Bewusst habe ich einen Beitrag zum Jahreswechsel ausgelassen und melde mich dafür mit einem interessanten Thema zurück.
Für diejenigen, die Neujahrsgrüße für besonders wichtig halten, habe ich aber noch ein "Frohes Neues" parat, dass ich hiermit verteilt habe ;-)
Wie einige in meinen zahlreichen Tweets schon gelesen haben, stehe ich kurz vor dem Kauf eines neuen Fernsehers.
Oft habe ich mit mir, aber vorallem auch mit meiner Freundin gerungen dieses Vorhaben durchzusetzen.
Freundin: Aber wozu brauchen wir denn so ein riesen Teil, unser jetziger funktioniert doch auch!
Ich: ô.Ò
Freundin: Schau nicht so doof!
(Wie immer folgt der von richtigen Männern in zahlreichen Stunden eingeübter Satz)
Ich: Hasi, ein Fernseher kann niemals groß genug sein. Erst wenn er die Wand durchbricht, ist die Größe angemessen!
Am Sonntag trafen dann die wöchentlichen Prospekte in unserem Briefkasten ein.
Wie jeden Sonntag schaut man nach dem Essen mal so durch und sucht nach billiger(m) Nutella, von der(m) scheinbar niemals zu viel auf Vorrat gekauft werden kann und überprüft generell alle Angebote, die einem sparsamen Haushalt helfen, noch weiter zu sparen.
Dann auf einmal sagte meine Freundin "Schau mal, ein Fernseher". Meine Verwunderung stieg mir schnell zu Kopf und ich fragte warum ausgerechnet sie mich darauf aufmerksam macht, wo sie doch keinen neuen möchte. Dass es sich dabei nur um eine Spitze von Anspielungen eines nicht erreichbaren Ziels handelte, war mir indessen längst klar. Technikbegeistert wie ich also bin, schaute ich mir das Toom-Prospekt an und wurde halber vom Stuhl gewurfen als ich das Angebot sah.
42 Zoll FullHD LCD TV von LG mit 24p-Unterstützung, 2xHDMI, 2xScart, Komponenteneingang, DVB-T/C Tuner, .....
Das gesamte Paket für gerade mal 500 Euronen.
Von dem Angebot durchaus überzeugt schaute ich im Netz nach dem Onlinepreis. Dann kam schlussendlich der Punkt wo ich der Meinung war, das ich genau dieses Teil haben muss. Online ging dieser Fernseher für 570 Euro inkl. Porto raus. Das ist eine Ersparnis von 70 Euro gegenüber einem Onlineshop. Wo findet man sowas heutzutage schon noch?
Ich schaute meine Freundin an und meinte: Der da, das ist er, den will ich wenn das Bild gut ist.
Unerwartet erwiederte sie meinen Willen mit "Das ist echt ein gutes Angebot, warum nicht".
Geschockt von dieser Antwort fuhren wir Montag morgen zu Toom und schauten uns das gute Teil an. Das Bild ist gut, kann man nichts gegen sagen - wirklich jetzt! Cinematiker werden jetzt wieder sagen "Son Schrott, das taugt nix, viel zu wenig Anschlüsse!" . Aber die muss er auch nicht haben wenn man ein begrenztes Budget hat. Mir reichen die Anschlüsse vollkommen.
Leider ist die Lieferung auf Grund der derzeitigen Wetterlage zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingetroffen, die Lieferung wird aber definitiv diese Woche noch kommen. Demnach habe ich mir einen dieser Exemplare reservieren lassen und bin auf Arbeit gefahren.
Meine weiteren Überlegungen zielten nun darauf ab, meinen PC über den DVI-Ausgang mit dem bald hier stehenden LCD TV zu verbinden.
Hierbei kommt natürlich die Frage auf, woher nimmt man dann den Ton?
Vorm Fernseher sitzen und den Ton von hinten rechts zu hören ist schließlich keine ausreichende Lösung.
Somit komme ich jetzt zum eigentlichen Thema dieses Beitrages:
Wie überträgt man Ton über DVI-Ausgang an einen HDMI-Eingang?
Damit ich dieses Thema erläutern kann sind einige Vorkenntnisse zum Thema HDMI und DVI von Nöten.
Da ich faul bin, verweise ich daher auf www.hifi-regler.de. Dort gibt es eine ausführliche Beschreibung der Zusammenhänge zwischen HDMI und DVI.
Grundlegend kann ich aber erwähnen, dass DVI und HDMI auf dem selben Protokoll aufbauen und daher 100% miteinander kompatibel sind.
Der einzige Unterschied ist, dass DVI ursprünglich für reines Video-Signal konzipiert wurde. Bei HDMI gibt es zwar keinen zusätzlichen physikalischen Kanal für den Ton, dafür wird er einfach in das Videosignal eingebettet. An dieser Stelle setzt auch mein Thema auf.
DVI ist zwar für reines Video-Signal gedacht, ein voll besetzter DVI-Stecker besitzt aber meist unbenutzte Pins. ATI hatte nun die Idee die vergeudete Datenleitung neu zu belegen um ein Audiosignal unter das Bild zu mixen. Nvidia hatte die selbe Idee, die Umsetzung wurde aber etwas anders angegangen.
ATI-Version
ATI begann damit einen eigenen Soundchip auf der Grafikkarte unterzubringen. Für das System sieht es also so aus, als ob nicht nur eine Grafikkarte sondern auch eine seperate Soundkarte eingebaut und installiert wurde.
Woher sollte die Grafikkarte aber erkennen, wann sie Sound über einen DVI-Anschluss übertragen soll und wann nicht? Was liegt also näher als einen "gepatchten" Adapter zu konstruieren, der eine Rückgabe liefert, ob es sich um Ton und Video, sprich HDMI, handelt? Ist ein normales Kabel/ ein normaler Adapter angeschlossen, gibt es keinen Statuswert, es wird also nur ein Videosignal übertragen.
Diese Methode macht allerdings das Vorhandensein eines solchen Adapters zwingend notwendig.
ATI entschied sich also, diese Adapter der Produktverpackung beizulegen.
Einige Hersteller sparen aber bekanntlich gerne an technischen Spielereien und verkaufen Rechenpower in der reinsten Form.
Der Anwender ist, wenn er sich nicht mit den Verkaufsversionen Bulk, Retail und Co. auskennt, gezwungen, sich solch einen Adapter zu kaufen.
Nvidia-Version
Nvidia zog einige Zeit später mit einer anderen Variante hinterher.
Dabei blieb man sich der Philosophie "Grafikkarte ist für Grafik da" treu, sparte sich den Soundchip und verbaute stattdessen nur einen Mixer, der den Ton direkt von dem S/PDIF-Ausgang der Soundkarte bzw. des Onboardsoundchips "importiert" und mit dem dem Videosignal vermischt.
Damit wird aber gleichermaßen vorausgesetzt, dass der Computer über eine Soundkarte bzw einen Soundchip mit S/PDIF-Anschluss verfügt. Dies ist nicht bei allen Mainboards der Fall. Die Tonübertragung fällt hier bei manchen also flach.
Inwiefern man sich bei Nvidia um einen speziellen Adapter kümmern muss, habe ich derzeit noch nicht in Erfahrung bringen können.
Da ein Freund von mir aber noch ein DVI-->HDMI-Adapter von seiner GeForce 8800 GTS 512 hat, werde ich mir diesen zur Kompatibilitätsprüfung ausleihen und später ein Update schreiben.
So gesehen ist ATI's Variante aber für den Enduser einen Tick einfacher, da er sich nicht um einen passenden S/PDIF-Anschluss kümmern muss, falls dieser noch nicht vorhanden ist.
Damit wäre eine erste Einführung in das Thema "Ton über DVI" erledigt. Der zweite Teil wird folgen, sobald ich die ersten Tests durchgeführt habe.
Abschließend und passend zum Jahreswechsel habe ich aber noch eine Frage an euch da draußen.
Mir selbst ist das noch nie so richtig aufgefallen in den 3 Jahren, die ich nun schon in Würzburg wohne, aber ein "Guten Beschluss" war mir bis Ende des letzten Jahres nicht bekannt. Für mich hieß es ein Leben lang schon "Guten Rutsch" oder unter Freunden eben auch nur "Haust nei".
Daher meine Frage: Was wünscht man sich bei euch zum Jahreswechsel? Gibt es bei euch spezielle sprachliche Gepflogenheiten zum neuen Jahr?
Schreibt Comments, schreibt eine Email, mir ist es egal, interessieren würde es mich trotzdem!
Auf bald
Steffen
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